Küken in Mecklenburg-Vorpommerns erster Bio-Brüterei geschlüpft

Rund 21 000 goldgelbe flauschige Hühnerküken sind in der ersten Bio-Brüterei des Landes in Gnoien (Landkreis Rostock) geschlüpft. Wie Geschäftsführerin Annalina Behrens sagte, hatten sich bis Dienstagvormittag alle durch die Eierschalen gepickt, einige vorwitzige schon 24 Stunden früher. Anfang Januar waren 25 000 Eier in die Brutapparate gelegt worden, in 21 000 hätten sich Küken entwickelt. «Das ist eine ganz gute Rate», sagte sie. Sie werden in einem Betrieb in Finkenthal bei Gnoien aufgezogen, der zum Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof gehört. Dieser ist einer der großen Bio-Eierproduzenten in Deutschland.


In der Bio-Brüterei werden die 32 bis 34 Gramm leichten Tiere nach dem Schlupf in den 37 Grad warmen Brutschränken sofort mit Wasser und Futter versorgt. Zum Schutz gegen die Mareksche Krankheit, eine Lähmung, werden die Küken geimpft und dabei gleich sortiert. Die hellgelben sind die Hähnchen, die bräunlichen die Hennen.


Die Betriebe des Erzeugerzusammenschlusses benötigen pro Jahr rund 300 000 weibliche und männliche Küken. Kurz bevor die Junghennen mit dem Eierlegen beginnen, sind die Hähnchen gemästet und werden geschlachtet. Da die Mast von Legehennen-Hähnen aufwendiger ist als die von Fleischrassen, wird sie bei Fürstenhof über die teureren Haehnlein-Eier mitfinanziert. Der Vorteil: Kein männliches Küken wird mehr vergast, schon seit Oktober 2018 nicht mehr.


Nach dem ersten Schlupf belegen die sieben Mitarbeiter die Brutschränke gleich wieder. Behrens rechnet in diesem Jahr mit mindestens 30 Schlüpfen. Auch andere Bio-Betriebe wollen Eier in Gnoien ausbrüten lassen. Interesse bestehe in Brandenburg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Mit der Brüterei, die der Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof 2019 in einem leerstehenden früheren Aldi-Markt einrichtete, haben nun die Transporte von befruchteten Eiern in eine Bio-Brüterei in den Niederlanden und die Rücktransporte der Küken ein Ende.

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